Christian über das Think Tank Camp

Ideengeber & Coach im Think Tank

Hallo Christian, stelle dich doch bitte kurz vor.


Christian: Ich arbeite im Products Team bei maihiro und bin als Product Owner für unsere Produkte maiTour und maiCatch verantwortlich.


Zum Think Tank bin ich vor zwei Jahren gekommen, als das Ganze gestartet wurde. Damals habe ich mich noch entsprechend beworben. Dieses Jahr war ich als Coach dabei und habe die Teilnehmer bei der Ideengenerierung unterstützt.


Mir macht es wahnsinnig viel Spaß, Ideen weiter zu verfeinern und erste Konzepte zu entwickeln, ohne anfangs direkt über konkrete Lösungen auf technischer Ebene nachzudenken. Es geht darum, erst mal ein bisschen zu Spinnen und sich ein cooles Konzept zu überlegen, mit dem man die Kunden beeindrucken kann.

Bitte erkläre den Kerngedanken vom Think Tank Camp mit deinen eigenen Worten.


Christian: maihiro bietet im Rahmen des Think Tank Camps auf Mallorca jedem Mitarbeiter - egal in welcher Abteilung er oder sie arbeitet - die Möglichkeit, sich durch innovative Ideen, die einem im Alltag, auf Kundenprojekten oder bei der täglichen Arbeit einfallen, für das Think Tank Camp zu bewerben.


Das Think Tank Kernteam unternimmt hier eine Vorselektion, um sicherzustellen, dass die eingereichten Ideen tatsächlich

so gut sind, dass sie weiter ausgearbeitet werden können. Die glücklichen Gewinner fliegen dann in einer kleinen Gruppe für drei Tage nach Mallorca. Auf Mallorca haben die Ideengeber dann die Aufgabe bzw. die Möglichkeit, zu lernen, wie sie von ihrer Idee zu einem ausgearbeiteten Konzept gelangen. Dieses sollte dann bereits so gut zu präsentieren sein, dass man es Kunden vorführen kann.


Das ist eigentlich auch der Kerngedanke vom Think Tank, dass wir den Teilnehmern zeigen, dass es zwar schön ist, eine Idee zu haben, aber man auch wissen muss, wie man mit der Idee dann umgeht. Wie baue ich sie weiter aus, damit im Endeffekt mal ein kleines Konzept entsteht, das wir unseren Vertriebskollegen oder auch jedem anderen Kollegen mitgeben können, wenn er zum Kunden geht. Das Ziel ist es dann, die konkrete Idee vorzustellen und in Erfahrung zu bringen, was der Kunde davon hält. Denn es ist sehr wichtig, relativ schnell Feedback vom Markt einzuholen, um einschätzen zu können, ob die Idee wirklich Potenzial besitzt.



Was unternehmen die Teilnehmer während der drei Tage auf Mallorca?


Tag 1


Christian: Am Freitag erfolgt die Anreise nach Mallorca. Wenn man Glück hat, hat man schönes Wetter und kann sich über die Sonne freuen. Dann geht es zuerst darum, dass jeder seine Idee vorstellt, damit alle Teilnehmer über die Ideen der anderen Personen informiert sind. Anschließend gibt es eine kleine Warm-Up Session, in der man sich mit den ersten Methodiken, wie z.B. der Walt-Disney-Methode, vertraut macht.

    Tag 2


    Christian: Am nächsten Tag besteht die Aufgabe für alle Beteiligten darin, am Ende des Tages einen Pitch zu meistern, bei dem jeder seine Idee innerhalb von 10 Minuten vorstellen kann. Dieser muss natürlich so überzeugend wie möglich sein, weil jeder Teilnehmer mit seiner Idee weiterkommen möchte.


    Das heißt, am Samstag bereiten sich die Teilnehmer vor, indem sie ihre Ideen untereinander mit verschiedenen Methodiken noch weiter präzisieren. Am Nachmittag gibt es dann genug Zeit, um die Idee in Ruhe weiter auszuarbeiten. Sei es in Form von Power Point Folien, Prezi-Präsentationen oder Prototypen - was auch immer den Teilnehmern einfällt.


    Am Samstagabend gibt es dann ein Voting, bei dem jeder der Teilnehmer drei Punkte erhält, die er an die jeweiligen Ideen vergeben kann. Im Idealfall haben wir am Schluss 2-3 Ideen, die herausstechen und in die nächste Runde kommen. Diese werden dann am Sonntag in kleineren Teams nochmal gemeinsam weiter ausgearbeitet.



    Tag 3


    Christian: Am letzten Tag findet noch eine Einführung in Rapid Prototyping Tools und besondere Präsentationsformen statt. Außerdem wird den Teilnehmern näher gebracht, wie und wo sie herausfinden können, ob es eventuell Konkurrenz für ihr Konzept gibt und auf was sie bei einer Innovation noch so achten müssen.


    Als Inspiration für die Teilnehmer zeigen wir anfangs gewisse Videos, z.B. haben wir von den #FCBayernHackDays Pitch-Videos gezeigt. Hier ging es um die Präsentation der Fan-Coin-Idee - ein gutes Beispiel, wie eine überzeugende Präsentation der eigenen Idee umgesetzt werden kann.


    Den Rest des Tages arbeiten die Teams dann weiter an ihren Ideen. Sie werden dabei von Timo und mir unterstützt. Wir gehen herum und schauen, wo es hakt. Eventuell muss man noch ein bisschen unterstützen oder die Idee vielleicht noch ein bisschen feiner schleifen. Aber prinzipiell arbeiten die Teams dann schon sehr selbstständig und arbeiten ihre Ideen soweit aus, das man sich wirklich richtig konkret etwas vorstellen kann. Am Schluss gibt es Präsentationen und eventuell auch Prototypen oder sog. Mock-Up-Stories, um die Idee wirklich im Detail erklären zu können.


    Das Schöne dabei ist, dass der Think Tank aus einem interdisziplinären Team besteht, d.h. wir haben sowohl Leute aus der Beratung, aus dem Vertrieb oder auch aus Internal Services. Das ergibt eine gute Mischung. Bei diesem Think Tank hatten wir z.B. eine Idee, bei der es um Messen ging. So konnten wir Kollegen aus dem Vertrieb direkt befragen, ob sie das Problem überhaupt kennen und so die Hypothese bestätigen. Dadurch konnte das Team direkt weiterarbeiten und hatte ein gutes Gefühl, weil es wusste, dass es mit ihrer Idee wirklich Probleme lösen kann. Das ist auf jeden Fall sehr hilfreich.


    Am Abend gibt es nochmal drei Pitches, in der sogenannten Höhle der maihiros. Hier hat jedes Team nochmal fünfzehn Minuten Zeit hat, um seine Idee zu präsentieren. Schlussendlich entscheiden Timo und ich darüber, welche Idee das meiste Potenzial besitzt, am besten präsentiert wurde und somit als Sieger gekürt wird.


    Generell waren alle drei Ideen genial, die dieses Jahr gezeigt wurden, sodass sie alle in gewissem Umfang weiterverfolgt werden und daher auch entsprechendes Potenzial aufweisen. Jedoch sollte es natürlich einen Gewinner geben, um für die Teilnehmer einen Anreiz zu schaffen. Am Schluss des Think Tank Camps wird also der Gewinner gekürt und der bekommt dann auch einen entsprechenden Preis dazu.



    Das Think Tank Camp war rückblickend also sehr erfolgreich?


    Christian: Ja, das war es. Wir hatten drei hervorragende Ideen, für die detaillierte Präsentationen und Prototypen entstanden sind. Diese können wir jetzt unseren Vertriebskollegen mitgeben, um in Erfahrung zu bringen, ob die Ideen gut bei den Kunden ankommen.


    Im Idealfall können wir dann bald die nächsten Schritte einleiten, so dass die Kollegen die Umsetzung ihrer Idee wahrnehmen können.



    Vielen Dank für das Interview zum Think Tank Camp, Christian!