8. Februar 2016 ǀ München Ismaning

Die zwei Seiten des Wachstums im Einzelhandel

Mit einem Umsatzplus um nominal 3,1 Prozent verzeichnete der Einzelhandel 2015 sein stärkstes Wachstum seit 20 Jahren. Treiber war auch im Vorjahr der Online-Handel (plus zwölf Prozent). Für das laufende Jahr 2016 erwartet der HDE insgesamt einen Einzelhandelsumsatz von 481,8 Milliarden Euro, das entspricht einem Wachstum um zwei Prozent. Insgesamt prognostiziert der HDE in diesem Jahr einen Online-Zuwachs um elf Prozent auf dann 46,3 Milliarden Euro.

Diese Zahlen führen leider bei vielen Unternehmen zur falschen Schlussfolgerung den Online-Handel stark in den Vordergrund zu stellen, was außer der strategischen Ausrichtung auch die Investment Planung mittel- und langfristig fehlleitet:

Wachstumschancen des Online-Handels

Auf Grund der großen Wachstumschancen im Online-Handel ist es natürlich notwendig und richtig, die Investitionen auch in diesem Bereich anzusetzen. Online-Handel ist ein Markttreiber. Im Gegensatz zu anderen Kanälen sind die Gesamtkosten und Aufwände sowohl auf der technologischen als auch auf organisatorischer Seite bei einer reinen E-Commerce Strategie vergleichsweise gering. Kurz und mittelfristige Erfolgsaussichten sind groß. Vergessen wird jedoch häufig der große Konkurrenzkampf im Bereich des Online-Handels. Kleine Online-Händler, Pure-Player und spezialisierte Unternehmen sind sehr schnell am Markt (verschwinden aber auch wieder sehr schnell), der Preiskampf wird ernstzunehmend größer. Ein Feld mit hohem Potenzial, aber auch mit sehr großen Risiken.

Vernachlässigung des klassischen Filial-Handels-Geschäfts

Laut Gartner werden Unternehmen, welche in alle Bereiche der Online-Personalisierung investiert haben und Omnichannel als übergreifenden Verkaufskanal begreifen im Jahr 2018 den klassischen Mitbewerbern mehr als 30 Prozent Marktanteil abnehmen. Mehr als 70% der Unternehmen werden bis ins Jahr 2018 von den herkömmlichen Business-to-Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B) Modellen zu einer umfassenden individuellen Customer Experience heranreifen. Unter dem Gesichtspunkt einer strategischen Ausrichtung hin zum Online-Handel zeigt dieser Trend eindeutig, dass eine Vertriebsstrategie weiter gefasst werden muss, als eine reine Fokussierung hin zu einzelnen Kanälen.


In gleicher Weise verändert sich die Kommunikations-Strategie im Omnichannel Marketing und Vertrieb.

Autor: Dominic Veit ǀ 8. Februar 2016 ǀ München Ismaning

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Dominic Veit

Über den Autor

Dominic Veit

Director Commerce, maihiro GmbH
Spezialist SAP Hybris mit langjähriger Erfahrung
Schwerpunkte: E-Commerce, M-Commerce, Call-Center und dem klassischen Einzelhandel
Leitung der strategischen Portfolioerweiterung im Bereich Omni-Channel Mgmt., Customer Engagement und Commerce
Omni-Channel-Professional mit +10 Jahren Erfahrung in Transformations- und Implementierungsprojekten