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23. April 2020 ǀ München Ismaning

Vom Markt ins Web: maihiro-Hilfsaktion befähigt Gemüse-Gärtner, seine Waren kurzfristig auch online zu verkaufen

Mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung fing alles an. Unsere Kollegin Eva Tabbert liest vom Münchner Gemüse-Gärtner Johannes Schwarz, dem aufgrund der aktuellen Situation seine Vertriebswege wegbrechen. 
Sie und maihiro-Kollegin Deborah Visé beschließen, ihm schnell und unbürokratisch zu helfen, indem sie einen Onlineshop bauen. 
Das ist jetzt drei Wochen her. Mittlerweile haben sich erste Erfahrungswerte eingestellt. Darüber und über die fachliche Herangehensweise 
haben wir mit Eva, Deborah und Johannes Schwarz gesprochen.

Eva, das Projekt Onlineshop und den damit verbunden Aufbau der Online-Präsenz von Johannes habt Ihr quasi binnen weniger Stunden auf die Beine gestellt. Seit Ostern ist jetzt auch der Onlineshop live. Wie seid Ihr dabei vorgegangen?

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Eva: Deborah und ich sind angelehnt an den Design-Thinking-Ansatz vorgegangen. Zuerst einmal mussten wir Johannes' Geschäftsmodell verstehen: auf der einen Seite der Absatz von seltenen Tomaten-Jungpflanzen an Endverbraucher, auf der anderen Seite der Verkauf von saisonalen, besonderen Gemüsesorten an die Spitzengastronomie. 

 

Die aktuelle Herausforderung bestand im Absatz an die Endverbraucher. Darauf basierte auch die Ideenfindung: welche neuen Absatzwege führen zum Erfolg und sind in der aktuellen Situation machbar? 

 

Wir haben uns für den Aufbau einer Webseite mit Onlineshop entschieden. Auf Grund des zeitlichen Drucks bis zum geplanten Go-Live der Seite an Ostern wurde aus dem Prototyp direkt das Endprodukt. Nach unseren Mini-Sprints haben wir mit Johannes die Umsetzung überprüft. Mithilfe dieser iterativen Arbeitsweise konnten wir direkt sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

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Deborah, Du warst hauptsächlich für die technische Umsetzung verantwortlich. Inwiefern konntest Du hier von Deiner Arbeit als Consultant profitieren oder welche Lernkurve nimmst Du ggf. mit?

 

Deborah: Der Wandel ist allgegenwärtig. Oft unvermeidlich. Aber Wandel ist auch anstrengend. Das hat auch Johannes Schwarz in der aktuellen Krise gelernt. Unsere jahrelange Erfahrung im Bereich digitale Transformation, Online-Marketing, E-Commerce und agilem Projektmanagement hat uns sehr dabei geholfen, die passende E-Commerce-Lösung für das Projekt zu finden. 

 

Und wir haben einmal mehr festgestellt, dass unser Motto - Gute Beratung fängt beim Zuhören und Verstehen an - genau das richtige ist. Natürlich darf bei der Arbeit niemals der Spaß zu kurz kommen. Und davon hatten wir einigen.

Herr Schwarz, normalerweise vertreiben Sie Ihre seltenen Gemüsesorten zu dieser Jahreszeit auf bekannten Volksfesten oder Frühlingsmärkten. Und auch an regionale Spitzenköche liefern Sie eigentlich aus. Für Sie ist das Angebot des Online-Vertriebs also gänzlich neu. Wie sind Ihre Erfahrungswerte?

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Copy­right © Kinara Gemüse.

Johannes Schwarz: Bei mir lief vor der Corona-Krise alles in der analogen Welt ab. Die gewohnten und etablierten Absatzwege brachen innerhalb kürzester Zeit zusammen. Es war schnell klar, dass nur eine neue Webseite und ein Onlineshop Umsätze generieren konnten. 

 

Das lag außerhalb meiner Kernkompetenz, jedoch konnten wir durch die wertvolle Arbeit von Eva und Deborah einerseits Kunden auf den Verkauf ab Hof viel besser hinweisen und andererseits bisher über 50 Bestellungen innerhalb von zehn Tagen im Onlineshop generieren. Die ersten Bestellungen konnten bereits ausgeliefert werden, jedoch erwies sich die Zustellung als sehr zeitaufwendig.

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Und Hand auf´s Herz, kann der Onlineshop Ihre normalen Absatzwege ersetzen?

Johannes Schwarz: Der Online-Shop kann meine normalen Absatzwege nur zu einem Bruchteil ersetzen, jedoch ist dieser ein neuer Baustein in der herausfordernden Situation. 

 

Wichtiger war zudem die bessere Bewerbung des Verkaufs ab Hof, der durch eine Neuregelung vom 03.04.2020 seitens des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit möglich geworden war. Stammkunden konnten sich durch die neue Webseite besser informieren und fanden den Weg in die Gärtnerei.

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Deborah, damit der Absatz weiterhin steigt habt Ihr Euch noch etwas Weiteres überlegt. Was genau ist das?

 

Deborah: Zukünftig wollen wir für Johannes' neuen Shop mehr Reichweite erzielen. Deswegen haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, zusätzlich eine Facebook- und Instagram-Fanpage aufzubauen und diese mit Content anzureichern. Kreative Werbebotschaften und Storytelling sind wichtiger denn je.

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Eva, zum Abschluss vielleicht noch ein kleines Fazit von Dir?

 

Eva: Ich denke - auch wenn wir bei maihiro an virtuelles Arbeiten gewohnt sind - ist es trotzdem etwas Besonderes, dass dieses Projekt komplett remote (per WhatsApp-Videotelefonie und Skype) entstanden, geplant und durchgeführt wurde. 

Wir haben es geschafft, sehr gut zusammenzuarbeiten und auch Johannes' Arbeitsumfeld kennen zulernen und zu verstehen. Trotzdem freuen wir uns nach der gemeinsam bewältigten Herausforderung darauf, den Erfolg eines Tages persönlich zu feiern.


Autor: Verena Holzgreve ǀ 23. April 2020 ǀ München Ismaning

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Verena Holzgreve

Über den Autor

Verena Holzgreve

Social Media & Content Manager
Mehrjährige Erfahrung in Journalistik / PR / Change Management Communication / Content Management
Schwerpunkte: Contentplanung & Erstellung; Content-Marketing (z.B. Kampagnenerstellung), Newscreation, interne Kommunikationsmaßnahmen