20. Februar 2020 ǀ München Ismaning

20 Jahre maihiro: Interview über Vergangenheit & Aufbruch

20 Jahre und kein bisschen leise: Im Gegenteil, durch den mit Accenture besiegelten Zusammenschluss setzt maihiro im neuen Surrounding die Zeichen weiter auf Wachstum. Das erklärte Ziel: als Teil der Accenture-Familie die Basis für das CX-Geschäft zunächst in DACH, danach perspektivisch für Europa zu bilden. Im Rahmen der Company-Jubiläumsfahrt nach Mallorca* sprachen die maihiro-Geschäftsführer Uwe May, Bernd Hesse und Mark Roes über Vergangenheit und Aufbruch.

Vor 20 Jahren steckte das Thema CX noch in den Kinderschuhen. Heute hat es so stark an Bedeutung gewonnen, dass in diesem Umfeld Megadeals – Stichwort „SAP & Qualtrics“ – getätigt werden. Und auch Accenture hat mit der Übernahme von maihiro die heutige Marktbedeutung von CX unterstrichen. Hättet Ihr in Eurer Anfangszeit jemals mit dieser Entwicklung gerechnet?

 

Mark Roes: Ja, definitiv. Schon vor unserer Gründung im Jahr 2000 hat Gartner große Marktzuwachsraten prognostiziert. Wir haben also von Anfang an an diese Entwicklung geglaubt und ehrlicherweise eigentlich sogar damit gerechnet, dass es schneller geht. Aber spätestens seit 2015 waren sich die Analysten über den Erfolg einig und heute sieht und spürt man diesen überall.  

Unter den heutigen Bedingungen habt Ihr den Entschluss gefasst, maihiro zu verkaufen? Könnt Ihr die Beweggründe etwas näher erläutern und vor allem den Mehrwert für Kunden und Mitarbeiter?

 

Uwe May: Mark hat es ja eben schon erwähnt, der Markt hat sich rasant entwickelt. Für die SAP hat das C mittlerweile denselben Stellenwert wie das S. Kunden haben diese Bedeutung ebenfalls erkannt. Und das wird auch so bleiben. Genau deswegen wollen Kunden aber auch viel mehr aus einer Hand. CX geht weit über die reine Implementierung hinaus. Ganzheitliche Unterstützung, von der Technik über die Beratung bis hin zur Betriebsführung und dem kreativen Teil, ist gefragt. Wir haben uns im Laufe der Jahre eine gute Position in den Bereichen – so gut wir sie eben abdecken konnten – erarbeitet. Aber in der heutigen Zeit schafft man es eben nicht mehr nur im Kleinen, sondern als größeres Team. Das haben wir erkannt und uns deshalb für den Verkauf entschlossen. Sowohl unsere Kunden als auch unsere Mitarbeiter profitieren von dieser neuen Ausgangslage, mit der sich mehr Chancen und Möglichkeiten auftun.

Als mittelständisches und bislang eigentümergeführtes Unternehmen zeichnen maihiro ganz besondere Werte wie bspw. eine stark ausgeprägte Sozial- und Familienfreundlichkeit, sowie eine über die Jahre gewachsene ganz eigene Firmenkultur aus. Wie werden sich diese Attribute in Zukunft in der Accenture-Kultur wiederfinden? 

 

Bernd Hesse: Wir sind überzeugt davon, mit unserer ausgeprägten Kultur im Rahmen der Accenture-Philosophie der „Kultur der Kulturen“, Platz zu finden. Sicherlich wird das eine spannende Reise. Aber für beide Seiten, denn unser aller Ziel ist es, aus beiden Welten das Beste zu nehmen und zusammen zu fügen. Accenture hat in der Vergangenheit bereits einige Akquisitionen getätigt und befindet sich daher in einem fortwährendem Lern- und Verbesserungsprozess in Bezug auf das Zusammenschmelzen von Kulturen. Auch das wird dazu beitragen, dass wir die Integration der Kulturen gut hinbekommen.

Wie geht es in den nächsten Wochen und Monaten konkret für die maihiro-, aber auch für die Accenture-CX-Mitarbeiter weiter?

 

Uwe May: Wir entwickeln derzeit einen Projektplan, um zu definieren, was genau in den kommenden Monaten passiert. Erklärtes Ziel ist, relativ schnell im neuen Gefüge arbeitsfähig zu werden. Dazu gehört natürlich, vor allem zu definieren, wie sich die gemeinsame Arbeit mit den Accenture CX-Kollegen gestalten kann. Außerdem ist es uns wichtig, unseren Input ins Accenture-Geschäft einzukippen, um das SAP CX-Geschäft gemeinsam vorwärts zu treiben.

Abschließende Frage: Wie geht es persönlich für Euch weiter?

 

Mark Roes: Uwe, Bernd und ich haben maihiro vor 20 Jahren gegründet und zu der Firma gemacht, die sie heute ist. Wir durften viele großartige, spannende Projekte erleben. Aber natürlich gab es auch anstrengende Zeiten. Zeiten, in denen dann die Familie zurückstecken musste. Und das möchte ich jetzt nachholen, bzw. auch einfach etwas zurückgeben. Darum werde ich in geraumer Zeit ausscheiden.  

 

Bernd Hesse: Uwe und ich werden in den nächsten Jahren hauptsächlich daran arbeiten, den Übergang von maihiro zu maihiro als Teil von Accenture für alle Beteiligten gut und nicht zum Nachteil hinzubekommen. Außerdem wollen wir sicherstellen, unsere bestehenden Kunden weiterhin erfolgreich zu machen und gemeinsam mit Accenture neue Kunden für eine Zusammenarbeit begeistern. Im Verbund SAP, Accenture, maihiro, sind wir überzeugt, noch mehr bewegen zu können. Nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. Und daran werden wir arbeiten.


Autor: Verena Holzgreve ǀ 20. Februar 2020 ǀ München Ismaning

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Verena Holzgreve

Über den Autor

Verena Holzgreve

Social Media & Content Manager
Mehrjährige Erfahrung in Journalistik / PR / Change Management Communication / Content Management
Schwerpunkte: Contentplanung & Erstellung; Content-Marketing (z.B. Kampagnenerstellung), Newscreation, interne Kommunikationsmaßnahmen