women-supporting-women

4. August 2020 ǀ München Ismaning

#WomenSupportingWomen: Status quo von Frauen in Führungspositionen und Karrieretipps im IT-Business

#WomenSupportingWomen heißt die Social Media Challenge, die derzeit weltweit große Aufmerksamkeit generiert. Begleitet von schwarz-weiß Fotos zeigen sich die Protagonistinnen auf den Kanälen und drücken so ihr Female Empowerment aus. Wir haben das zum Anlass genommen, unsere Kollegin Anke Lenz zum Thema Frauen in der IT & Karrieretipps in der Branche zu befragen. 

Anke, Du hast schon relativ früh Erfahrung in der doch immer noch sehr männergeprägten IT-Welt gemacht. Erzähl uns doch bitte kurz etwas über Deinen beruflichen Werdegang in der CRM/IT-Branche.

Anke Lenz: Schon als Kind vom Leben im Ausland geprägt, wusste ich bereits während meines BWL-Studiums, dass ich in die Unternehmensberatung und international arbeiten möchte und habe als Consultant in einer mittelständischen IT-Beratung begonnen. 

 

Innerhalb kurzer Zeit habe ich die Projektleitungsverantwortung für internationale CRM-Projekte übernehmen können. In einer zum damaligen Zeitpunkt sehr männerdominierten IT-Welt waren Frauen als Projektleiterinnen in IT-Projekten noch eine Seltenheit. Dann kam ich zur SAP, wo ich mein Bestreben, international zu arbeiten, weiterverfolgen konnte: weltweit (China, Korea, USA, Südamerika, Südafrika etc.) habe ich SAP-CRM als Trainerin und im Pre-Sales an Kunden und SAP-intern vermittelt. Vor allem im asiatischen Raum war ich als Frau im Technology-Umfeld eine Ausnahme, die man des Öfteren kritisch betrachtet hat. 

 

Dann bin ich zu einer internationalen Unternehmensberatung gewechselt, wo ich mich mit entsprechendem Engagement schnell zur Senior Managerin entwickelt habe. Auch zu dem Zeitpunkt waren Frauen in höheren Positionen in einer deutlichen Minderheit. Ich habe dies immer als sehr herausfordernd und inspirierend empfunden, es bedurfte jedoch immer einer starken Willenskraft und Durchsetzungsvermögen.

Wie ging es dann für Dich bei maihiro weiter und in welcher Rolle, mit welchen Verantwortungen?

 

Anke Lenz: Vor zwölfeinhalb Jahren habe ich als Beratungsleiterin bei maihiro begonnen und habe das Branchen-Team "Pharma- & Consumer Products Industry" übernommen. Nachdem unsere Industry Teams zusammengeführt wurden, habe ich die Verantwortung für die Projekt Delivery-Organisation innerhalb maihiro Deutschland innegehabt. Mit wachsender Teamgröße und einer steigenden Führungspanne von über 40 Mitarbeitern wurde eine weitere Führungsebene aufgebaut, um das Unternehmenswachstum zu fördern.

 

Ich habe stark an der Professionalisierung im operativen Management der Delivery Organisation mitgewirkt. Unternehmerisches Denken und Handeln ist eine wichtige Voraussetzung, um sich im Leadership zu positionieren.

Als nächsten Schritte habe ich dann den Bereich Customer Success Services mit ca. 20 Mitarbeitern übernommen und ausgebaut. Aufgrund meiner Affinität für Zahlen und wirtschaftlichem Denken wurde mir von der Geschäftsführung die operative Verantwortung für den Bereich Finance & Controlling übertragen.

 

Alles in Allem habe ich also immer mehr Verantwortung getragen. Sowohl fachlich, inhaltlich also auch unternehmerisch bzw. wirtschaftlich, als auch im Bereich People Management.

Was würdest Du in puncto Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen sagen? Zum einen, wenn Du deine berufliche Laufbahn betrachtest, zum anderen aber auch, wenn Du auf den aktuellen Status Quo schaust? Und was wünscht Du dir hier ggf.?

 

Anke Lenz: Wie ich schon sagte, wurden zu Beginn meiner Laufbahn Frauen in Führungspositionen, v.a. in der IT, sehr kritisch betrachtet und hinterfragt. Als Frau musste man deutlich stärker seine Fähigkeiten beweisen, um akzeptiert und gefördert zu werden. Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich zu Projektbeginn gefragt wurde, wo / wer denn der Projektleiter sei, da ein Mann / Kollege als Projektleiter erwartet wurde. 


Die Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt, aber es gibt noch immer Entwicklungsbedarf! Auch heute sind Frauen im maihiro Leadership-Team unterrepräsentiert.

 

Für uns – als maihiro, Teil von Accenture, - sehe ich In diesem neuen Umfeld weitere Chancen. Denn Accenture erachtet Frauen in Führungspositionen als strategisch wichtig und fördert entsprechend. Das ist sehr positiv und motivierend. 

Ich freue mich auf das Networking mit Frauen in höheren Führungspositionen und auf das Unterstützen junger Kolleginnen bei Ihrer Karriere-Entwicklung.

Was würdest Du allen Frauen raten, die Karriere machen möchten?

 

Anke Lenz: An sich selbst glauben und immer authentisch bleiben - denn mit Engagement und Willenskraft schafft „Frau“ eine Entwicklung zur Führungskraft und zu mehr Verantwortung. Es ist wichtig, die Motivationsfaktoren und das Verhalten von Männern im Business zu verstehen und sich mit Machtstrukturen auseinanderzusetzen, um als Frau erfolgreich agieren und die weiblichen Stärken einsetzen zu können. 

 

Ein guter Mix aus Frauen und Männern macht ein Unternehmen erfolgreicher, vor allem in den heutigen Zeiten. Hiervon bin ich überzeugt und dieses Bewusstsein und Selbstverständnis sollten junge Kolleginnen mitbringen.

Autor: Verena Holzgreve ǀ 4. August 2020 ǀ München Ismaning

Artikel teilen: LinkedInTwitterFacebookXinggoogleplus

Verena Holzgreve

Über den Autor

Verena Holzgreve

Social Media & Content Manager
Mehrjährige Erfahrung in Journalistik / PR / Change Management Communication / Content Management
Schwerpunkte: Contentplanung & Erstellung; Content-Marketing (z.B. Kampagnenerstellung), Newscreation, interne Kommunikationsmaßnahmen